Hashimoto ist eine erschreckend häufige und leider oft unerkannte Autoimmunerkrankung. Die Patienten leiden unter Unterfunktions- , morgens manchmal gar an Überfunktionssymptomen der Schilddrüse: von Herzrasen über Angstzustände bis abendlicher Erschöpfung, Depression und diätresistenten Gewichtsproblemen kann alles Dabeisein. Und sogar der ausbleibende Kinderwunsch kann hier eine wichtige Ursache haben (meine Veröffentlichung dazu finden Sie hier: Kinderwunsch: wie die Schilddrüse die Schwangerschaft beeinflussen kann).

Laborarbeit
Die Crux: der Basiswert TSH erscheint oft normal. Leitlinienmedizin tut sich schwer, genauer zu prüfen: wichtig wären zumindest der freie T4 und der freie T3-Wert im Blut, um eine Richtung zu bekommen, woher die Unterfunktionssymptome wehen. Um eine Hashimoto-Thyreoditis zu erkennen, sind 3 weitere Blutwerte wichtig: MAK, TRAK, TPO. Antikörperwerte, die erkennen lassen: es ist ein Autoimmungeschehen am Werk.

Und genau das ist eine Hashimoto-Thyreoiditis: eine Autoimmunerkrankung. Ein Mißverständnis des Immunsystems, das plötzlich körpereigenes Gewebe als Feind wahrnimmt und mit Antikörpern abwehren möchte. Daraus entsteht die Entzündung. Das gilt ebenso für die aufgedrehte Schwester der Hashimoto: Morbus Basedow.

Auslöser und Ursachen
Wie kann es dazu kommen? Auslöser können sehr vielfältig sein: Stressfaktoren, Schwangerschaft, Szintigramm, Radio-Jod-Behandlungen. Ebenfalls im Verdacht stehen vorangegangene Infektionen mit Viren (z.B. Eppstein-Barr-Virus), aber auch Bakterien oder Parasiten. Hinzukommen Hormondysfunktionen, z.B. der Östrogene, Progesteron, Cortisol. Und natürlich eine bunte Mischung aus allen Faktoren. Wenn im Darm ungünstige Nahrung ankommt oder die Aufnahme erschwert ist, sind bereits die Bausteine für Hormone ungünstig vorbereitet (meine Veröffentlichung dazu finden Sie hier: Wenn Gluten Stress auslöst)

Heilmittel
Wenn die Diagnose Morbus Hashimoto gestellt wurde, ist der Griff zum schulmedizinischen T4-Präparat meist die erste Reaktion der Leitlinienmedizin. Und auch in der Naturheilkunde sind wir den Hormonen nicht gänzlich abgeneigt. Jedoch gibt es sehr gute Möglichkeiten, eine möglichst naturnahe Form zu wählen. Und die Seitenfaktoren, wie Selen-, Eisen-, Zinkmangel zu beachten, Ernährung zu prüfen, die beeinflussenden Drüsen und Hormone des ganzen Netzwerkes zu beachten und ggf. zu unterstützen. Auch eine Schilddrüsenmassage mit ausgewählten Ölen und Wickeln kann hervorragend unterstützen. Und Stressfaktoren eine Bühne für Lösungen zu geben. Und diese Art der Eigenzuwendung allein kann schon Ruhe ins System bringen.

Da die Schilddrüse über die Zeit förmlich ausbrennen und damit kleiner werden kann, ist die Gabe von Schilddrüsenhormonen tatsächlich häufig eine wichtige Option. Leitlinienmedizin sieht die Gabe von schulmedizinischen T4-Präparaten mit der Gesamtdosis am Morgen vor. Oft kommen Patienten mit der Unkenntnis, daß Hormone rasch an Kaffee, Eisenhaltigem und Eiweiße gebunden werden. Die Einnahme zum Frühstück ist dann uneffektiv. Die Hormone können nicht wirken.

In der Naturheilkunde gehen wir dann mehrere Schritte weiter. Wir wissen: aus T4 muß hauptsächlich in der Leber T3 gebildet werden. Und das ist der Hauptlieferant der Energie. 

T3 ist nur kurz haltbar und wird unmittelbar verbraucht. Das heißt, am Nachmittag kann schon nichts mehr übrig sein. Und die klassische Hashimoto-Abenderschöpfung kommt durch.

Alleine schon, das Hormon mindestens 30 Minuten getrennt von jeglichem Essen zu nehmen und die Dosis auf morgens und nachmittags zu verteilen, kann bereits Linderung der Erschöpfungssymptomatik bringen.

Nicht nur die Schilddrüse ist wichtig
Da die Leber, der Darm und die Schilddrüse einiges leisten müssen, um den Umbau von T4 nach T3 zu erledigen, kann es durchaus hilfreich sein, von schulmedizinischen T4-Präparaten auf ein schulmedizinisches Kombinationsmittel aus T4/T3 umzusteigen. Oder nachmittags zumindest ein T3-Mittel. zu geben. Optimaler: ein natürliches Schilddrüsenhormon.

Ist tatsächlich keine Heilung möglich? Das ist schon vorgekommen, braucht jedenfalls gute Zusammenarbeit und Geduld.

Co-Symptome
Hashiomoto-Patienten, die außerdem noch unter Fibromyalgie, Depressionen, angeschwollenen Lymphknoten, Gewichtsproblemen leiden, empfehle ich gerne die Einnahme eines naturidentischen Schilddrüsenpräparates. Hier ist die Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt wichtig, da diese Mittel rezeptiert werden müssen. Es handelt sich um Mittel, die aus natürlichen Schweine- oder Rinderschilddrüsen unter strenger Aufsicht hergestellt werden.

Da es in der Schilddrüse weitaus mehr Hormone gibt, als nur T4, ist es durchaus sinnvoll, dem naturidentischen Präparat eine Chance zu geben: T3, T2, Calcitonin sowie Enzyme sind natürlicherseits enthalten.

Die Erarbeitung der korrekten Dosierung geschieht unter der Zusammenarbeit des Arztes, Heilpraktikers, der Apotheke und den Patienten.

Begleitende Behandlungen in meiner Praxis sind:
Speichel-Hormontest (da auch die Sexualhormone eine Einfluß auf die Hashimoto-Entstehung haben können)

Mikronährstoff-Prüfung: wichtige Mineralien und Vitamine

Ausleitung von toxischen Stressauslösern

Prüfung und Regulation der Darm-, Leber-, Drüsenfunktionen

Komplexhomöopathie

Phytotherapie

Mikronährstoffe

Ernährungberatung

Prüfen und Behandlung von Stressfaktoren im Alltag

Schilddrüsen-Massage und -Wickel